Mein erstes Mal…im E-Auto

Unsere neuen E-Autos testen? Au ja! BMW i3, VW Golf und Up und Renault Zoe warten auf meine Probefahrt. Also her mit den Schlüsseln! Beziehungsweise: her mit Schlüssel, Chipkarte und Plastikplättchen.

Ich starte mit dem i3. Meine Augen gleiten über ein futuristisches Armaturenbrett. Ernüchterung macht sich breit. Denn ganz ehrlich, ich habe keine Ahnung, wie man dieses Auto startet. Früher war klar: Autoschlüssel in Zündschloss, aber wie mache ich das bei diesem E-Auto?

O.k. ich lerne: Beim BMW i3 legt man den „Schlüssel“ (es ist eine Art Chipkarte) nur irgendwo ins Auto. Das Auto erkennt den dann und lässt sich starten (das gibt’s auch bei neuen Verbrennern – für mich ist es ungewohnt… naja, mein eigenes Auto ist schon ein bisschen älter). Aha-Erlebnis: Es funktioniert. Der Start-/Stopp-Knopf bringt das Cockpit zum Leuchten. Motorengeräusch: null. Lichteffekte: wow!

Bei den VWs geht es konventioneller zu: Schlüssel in Schloss, wie zu Oma Paschulkes Zeiten. Dazwischen der Renault Zoe: Plastikkarte in Schlitz.

Unterschiede auch bei den Armaturen: good ol‘ days vs. future look. Der VW sieht innen wie außen aus wie sein Verbrenner-Bruder. Dass die Power aus der Steckdose kommt, merkt man erst einmal nur am „Charge“-Bereich auf dem „Drehzahlmesser“. Beim i3 und Renault Zoe haben sich die E-Designer mehr ins Zeug gelegt – hier blinkt und leuchtet einem mehr „neue Ära“ entgegen.

Wie Schmidts Katze

Ganz ehrlich: Es ist nicht mein erstes Mal im E-Auto. Unser erstes Elektro-Firmenmobil kam 2012 – ein E-Lieferwagen, mehr Rappelkiste als Zukunftsauto. Aber jetzt komme ich mir vor wie in einer anderen Welt.

Gleich ist nach wie vor: ein leichter Druck aufs „Gaspedal“, und das Auto geht ab wie Schmidts Katze. Der Motor zieht satt an, ich komme mir vor wie im Sportwagen. Allerdings: So lautlos das Auto anfährt – das mit dem leise Fahren ist schnell vorbei. Ab ca. 30 Stundenkilometer sind die Roll- und Windgeräusche auch beim Stromer – wie bei allen Autos – lauter als der Motor. Ein E-Auto, das mit 50 Stundenkilometer an Euch vorbeifährt, ist von einem Benziner nicht zu unterscheiden.

Gangknüppel und Tankstutzen – wie in alten Zeiten

Ein paar Sachen sind allerdings noch wie in alten Zeiten: Beim Renault Zoe, beim VW Golf und Up grüßt der klassische Knüppel am „Getriebe“ (das es beim E-Auto natürlich nicht gibt). Das ist nicht besonders innovativ, aber wohl der Serienfertigung geschuldet. Beim i3 dagegen macht man das mit einem Kipphebel beim Lenkrad.

Dafür haben die VWs und der i3 ihren Stromanschluss da, wo normale Autos den Tankstutzen haben. Das muss man auch erstmal wissen, die meisten E-Autos haben den vorne. Finde ich übrigens auch praktischer. Schließlich sind viele Ladesäulen vorne an den Parkplätzen.

 

Nur jede 10. Fahrt geht über mehr als 50 Kilometer

Und dann das Ding mit der Reichweite: „260 Kilometer“ werden beim frisch geladenen i3 angezeigt. Im Winter (Heizung!) bei Dunkelheit (Licht!) können das auch mal weniger sein. Für die 60 Kilometer von Friedrichshafen nach Überlingen und zurück reicht es dennoch spielend. Und bekanntermaßen sind die Deutschen pro Fahrt durchschnittlich nur rund 20 Kilometer unterwegs. Mehr als 90 Prozent der Fahrten sind kürzer als 50 Kilometer – also kein Problem für Stromer. Und wer schonend fährt – also wenig und sanft beschleunigt und bremst – der kann die Reichweite noch weiter ausreizen.

Fazit: Auch E-Autos haben Räder und ein Lenkrad, sooo futuristisch ist das alles also noch nicht. Aber die Autos sehen schick aus, und sie machen einfach Spaß. Das lautlose Anfahren ist witzig. Und wer sich beim Beschleunigen gerne in die Sitze drücken lässt, ist beim E-Auto ähnlich gut aufgehoben wie beim Porsche. Das Beste jedoch: Wer Öko-Strom tankt, tut wirklich etwas für die Umwelt. Und wenn das dann auch noch Spaß macht: umso besser.

E-Auto meets Solarstrom

Noch ein kleiner Nachtrag: Gestern (16. Mai 2018) war der Sion von Sono Motors zu Besuch in Friedrichshafen. Das Besondere: er lädt seine Batterie durch die Sonne – das mussten wir uns natürlich anschauen:

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