Unterschied zwischen Gleich- und Wechselstrom

Unterschiedliche Stromarten gibt es viele. Aber welcher föhnt letztlich meine Haare trocken? Oder liefert meinem Smartphone den nötigen Saft? Unsere heutige Mission: halbvergessenes Physikwissen abstauben und Licht ins Dunkel bringen.

Gleichstrom

Elektronische Geräte und Geräte, die mit einem Akku betrieben werden, benötigen Gleichstrom. Dazu gehört das Smartphone als treuer Alltagsbegleiter ebenso wie die batteriebetriebene Fernbedienung für den Fernseher. Denn ja, auch Batterien sind letztlich nichts Anderes als einzelne Akkus*. Okay, Mini-Akkus mit einer Spannung von gerade einmal 1-4 Volt, aber mit dem Vorteil: Sie können zusammengeschaltet werden, um größere Spannungen zu erzeugen.

Zurück zum klassischen Akku: Gängige Spannungen für Akkugeräte sind unter anderem 12, 24 oder 36 Volt. Bei Elektroautos sieht‘s hingegen schon wieder ganz anders aus. Hier werden Akkus mit weitaus höheren Spannungen (bis zu 800 Volt!)  eingesetzt.

Wechselstrom

Aus klassischen Steckdosen kommt Wechselstrom, der seine Richtung (Polung) 50 Mal pro Sekunde wechselt – was dieser Stromart ihren Namen gibt. Der Wechselstrom aus der Steckdose kommt aus dem Niederspannungsnetz und ist bereits auf 400 Volt Dreiphasenwechselstrom runtergeschraubt. Umgangssprachlich wird dieser Strom auch als Drehstrom, Kraftstrom oder Starkstrom bezeichnet. Der Dreiphasen-Wechselstrom kommt über fünf Leitungen zum häuslichen Stromzähler: Drei sogenannte Phasen sowie einen Neutral- und einen Erdleiter. Über vier Leiter (drei Phasen- und einen Nullleiter) kann der Strom fließen, der Erdleiter oder Schutzleiter dient – wie der Name schon sagt – zu unserem Schutz und sorgt dafür, dass wir keinen Stromschlag abbekommen. 
  • 230 Volt – die klassische Steckdose
    Eine normale 230-Volt-Haushaltssteckdose hat nur drei Kontakte: Eine Phase sowie einen Null- und einen Erdleiter. Die meisten Hausgeräte werden über diese Art von Steckdosen gespeist. Der Strom fließt nur durch zwei Leitungen: Phase und Null, der Erdleiter dient wieder wozu? Genau, zu unserem Schutz. An der Haushalts-Steckdose sind die beiden Löcher Phase und Null, die sichtbaren und berührbaren Metallteile an der Seite sind der Schutzleiter (oder Erdleiter)
  • 400 Volt – Wenn es etwas mehr sein muss
    Geräte wie der Elektroherd brauchen eine höhere Leistung – sie werden deshalb direkt an den Dreiphasen-Wechselstrom angeschlossen. Beim Dreiphasen-Wechselstrom beträgt die Spannung zwischen den Phasen (also zwischen jeweils zwei Phasen) 400 Volt. Die Spannung der einzelnen Phasen zum Nullleiter beträgt 230 Volt. Da die Leistung das Produkt aus Spannung und Strom ist – willkommen zurück im Physikunterricht – entsprechend der Formel P = U x I , schließt man einen modernen Herd zwischen den Phasen an (400 Volt) und erhält so bei gleichem Strom mehr Leistung, als aus einer 230 Volt Steckdose.
Achso. Da war ja was. Zurück zur Eingangsfrage: Dein Föhn benötigt Wechselstrom und nimmt den Saft direkt und unverändert aus der Steckdose. Dein Smartphone und alles andere, was mit Akku ausgestattet ist, benötigt Gleichstrom. Wie’s funktioniert, dass beide Geräte über dieselbe Steckdose mit Strom versorgt werden und funktionieren? Integrierte Gleichrichter in den Netzteilen machen aus Wechselspannung Gleichspannung. Deshalb benötigst du Zuhause auch keine unterschiedlichen Steckdosen.
Zugegeben, um die Frage beantwortet zu haben, hättest du auch direkt zum letzten Abschnitt springen können. Aber hey, dann hättest du dein ganz persönliches Physikunterricht-Flashback (jay!) verpasst. Also – gern geschehen.
* Akkus können nach Benutzung wieder aufgeladen werden, Batterien sind nicht aufladbar.

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