Vom Trafo-Haus zur Vorstadt-Burg

„Aus alt mach neu“. Sowas Ähnliches muss sich Immobilienprofi Philipp Spraul wohl gedacht haben, als er einen Entschluss fasste: Aus einem alten STADTWERK AM SEE-Trafohaus sollte ein topmodernes Wohnhaus werden.

Spätestens seitdem regelmäßig Heimwerker-Shows über den TV-Bildschirm flimmern, kennt sie jeder: Diese schier unglaublichen Verwandlungen von Wohnungen, Häusern und Gärten in schöne Wohnoasen. Jetzt also auch in Friedrichshafen. In den Hauptrollen? Nicht etwa eine in die Jahre gekommene Wohnung oder ein verstaubtes Gartenhäuschen. Nein. Ein stillgelegtes STADTWERK AM SEE-Trafohaus aus den 50ern erweckte das Interesse von Immobilist Philipp Spraul. Der Beginn einer aufregenden (Umbau-)Reise.

Nicht gesucht aber gefunden

„Geplant war’s so nicht“, berichtet mir Bauherr Philipp Spraul auf die Frage, warum er sich für ein so ungewöhnliches Projekt entschieden hat. Wo er doch eigentlich lediglich ein Objekt suchte, um die Baumaschinen seiner Immobilienfirma zu lagern. Vielleicht mit Garage oder Werkstatt. Und wenn es der Platz hergibt, noch ein kleiner Mehrzweckraum für seine Mitarbeiter. Nur in der Nähe sollte es sein. Im Friedrichshafener Gewerbegebiet? Das wäre optimal. Und da war es. Umringt von Vorstadt-Reihenhäusern setzte sich das stillgelegte STADTWERK AM SEE-Trafohaus von seiner Umgebung ab: Eines von ca. 23 in Form einer Turmstation. Die werden in Zeiten von Kabelnetzen anstelle von Freileitungsnetzen nicht mehr benötigt.

Beschlossene Sache

Eine alte Turmstation als Lagerhaus? „Das ging nicht – niemand will Maschinen bis rauf in den dritten Stock schleppen. Dennoch ließ es mich nicht mehr los“, erinnert sich Spraul. Irgendwann kam ihm der Gedanke, man könnte auch einfach ein Wohnhaus daraus machen. Die knapp elf Meter Höhe des Gebäudes nutzen, ausbauen und die Lagerfläche ins Erdgeschoss einplanen. Ein Hingucker ist der Wohnkomplex sowieso. Immerhin überragt er die umliegenden Wohnhäuser um knapp vier Meter. Ab da war’s beschlossene Sache und das moderne Wohnhaus mit seinem burgenhaften Aussehen nahm nach und nach Gestalt an.

Planung ist alles

Insgesamt eineinhalb Jahre dauerte der Umbau. Knifflig wurde es immer wieder wegen der geringen Grundfläche des Trafo-Turms. Gerade einmal 40 Quadratmeter hatten Spraul und sein Team, um das Beste rauszuholen. Daher oberstes Gebot: den Platz optimal ausnutzen. Weitere Herausforderungen waren der Mangel an Fenstern und fehlende Anschlüsse sämtlicher Art. „Das sind eben die Herausforderungen, wenn man einen Zweckbau in ein Wohnhaus umwandelt“, blickt Spraul zurück.

Moderne Burg – mitten in der Vorstadt

Aber mal ehrlich. War es der ganze Stress rückblickend wert? „Absolut, ich würde es wieder machen“, bestätigt Spraul. „Bevor ich mich für so ein Mammut-Projekt entscheide, muss ich das Gefühl haben, dass es passt. Das hatte ich hier, und deshalb konnte es nur gut werden.“ Aber damit nicht genug. Das burgenhafte Aussehen des Bauprojekts sollte bewusst untermauert werden mit – wie könnte es anderes sein – einer Betonmauer. Fehlt nur noch ein Burggraben rund um das Gebäude herum. „Das kommt dann vielleicht beim nächsten Großprojekt dazu“, scherzt Spraul.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.