Zwischen Murmeln, LKW’s und Blauwalen

Das letzte Mal, dass ich eine Grundschule von innen gesehen habe, ist schon so lange her, dass ich mich kaum noch daran erinnern kann. Bei Madlen und Iris sieht das hingegen anders aus. Nicht nur, weil die beiden derzeit ihre Ausbildung und ihr Studium beim Stadtwerk am See machen. Sondern auch, weil sie regelmäßig im Auftrag des Stadtwerks Schulkommunikation machen. „Schulkommunikation? Aha. Da machen Auszubildende also Werbung fürs Unternehmen bei Gleichaltrigen“ – Nicht ganz. Schulkommunikation beim Stadtwerk am See setzt bei den Jüngsten an: bei Vor- und Grundschulkindern.

Mathe, Deutsch und… Energiekunde?

An diesem nasskalten Freitag im November sind wir zu Besuch in der Überlinger Burgbergschule – genauer gesagt bei den 22 Kindern der Klasse 4b. Im Gepäck haben wir nicht nur unsere Plüsch-Maskottchen Mona und Faro sowie jede Menge Gummibärchen, sondern auch unser Lehrmaterial zum Thema „Erneuerbare Energien“. Schon im Treppenhaus werden wir von neugierigen Kinderaugen beobachtet. Oben vor dem Klassenzimmer angekommen, rennen hüpfende Grundschüler auf uns zu. Auf uns? Achso, die Kids haben von oben schon den Korb mit den Gummibärchen entdeckt.

Wo Murmeln zu Elektronen werden

Ich setze mich an einen Gruppentisch zu den Kindern, und Iris und Madlen starten ihren bestens aufeinander abgestimmten Vortrag. Ein munteres Frage-Antwort-Spiel. „Wie ihr schon gehört habt, kommen wir vom Stadtwerk. Aber was macht so ein Stadtwerk überhaupt?“ Nach und nach melden sich immer mehr Kinder und warten darauf, aufgerufen zu werden. „Die bauen bestimmt irgendwas…“, „Die kommen vom Bürgermeister“ – „Neeeeein! Die machen Strom, damit die Mama kochen und backen kann“, verbessert Melissa ihren Mitschüler und grinst dabei siegessicher über beide Ohren. Recht hat sie. Und wie geht das nun mit dem Strom? Mit einem Spielzeug-LKW, den die beiden Mädchen mit Murmeln füllen, erklären sie es den neugierigen Kindern. „Der kleine LKW nimmt die Ladung auf, saust ganz schnell durch die Leitungen zu euch nachhause, entlädt sich und fährt wieder zurück, um euch neue Ladung zu bringen. So ähnlich könnt ihr euch das auch mit dem Strom vorstellen.“ Staunen macht sich breit. Und ich denke: „Hätte doch nur mein Physiklehrer damals auch Spielzeug-LKW’s und Murmeln in seinen Unterricht integriert…“

„Er-neu-er-ba-re Energien“

Super. Jetzt wo die Kids einen ersten Einblick bekommen haben, kann es weitergehen. Möglichkeiten zur Energiegewinnung gibt es einige. Aber welche waren davon doch noch gleich gut für die Umwelt, also erneuerbar? Wildes Durcheinander: „Windenergie!“, „das eine wo man Wasser nimmt und zu Strom macht!“ „Da wo Bio draufsteht“ – ja, fast. Nach und nach gehen Madlen und Iris jeweils an einer Tafelseite die erneuerbaren und auf der anderen die nicht erneuerbaren Energien durch.

Von Blauwalen und Windrädern

Klar, Basteln kommt immer gut. Das wissen auch die Organisatoren der Schulkommunikation. Deshalb ist in einem der mitgebrachten Körbe auch jede Menge Bastelzubehör. Ein paar Schnitte mit der Bastelschere hier, ein paar Löcher pieksen da, ein bisschen falten und voilà! Fertig ist ein kleines, sich drehendes Windrädchen.

Apropos Windrad…

Wie groß ist so ein Windrad eigentlich? Wildes Durcheinander. „Drei Meter!“, „zehn Meter!“, „Hundert…Tausend Meter?“. Sebastian, der neben mir sitzt, überlegt ganz für sich allein, zählt an seinen Fingern ab, bis er schließlich nicht ganz so laut wie die anderen „fünfundfünfzig Meter“ ruft. Damit ist er klar am nächsten dran. Ein durchschnittliches Windrad ist ca. sechzig Meter hoch. „Das ist so groß wie zwei Blauwale hintereinander“. Wow, damit haben die Kids nicht gerechnet. Und als es dann noch pünktlich zum Läuten der Schulglocke endlich die heißersehnten Gummibärchen gibt, ist der Tag gerettet und das Thema Energie „irgendwie doch ganz cool.“

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Ihr interessiert euch für Schulkommunikation? Infos über Termine und Module auf https://www.stadtwerk-am-see.de/de/ueber-uns/energie-und-schule/energie-und-schule.php, unter schulkommunikation@stadtwerk-am-see.de

 

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