Badewasser zum Trinken

„Wenn ich den See seh‘, brauch ich kein Meer mehr!“ – nicht ganz neu, gebe ich zu. Aber beim Bodensee kann man doch echt ins Schwärmen geraten, oder? Surfen, Schwimmen, Sonnenbaden, Paddeln, SUPen, Segeln, Tauchen. Oder Schiff fahren: Mit Katamaran oder Fähre Richtung Konstanz – eine kleine Kreuzfahrt für wenige Euro, Bord-Erlebnis und Landgang inklusive.

Überlingen am Bodensee, Lichterglanz beim Promenadenfest
Am Bodensee lässt es sich gut leben. Und trinken kann man ihn auch. (Bild: Überlingen Marketing und Tourismus)

Ganz schön vielseitig also, unser Lieblings-Freizeitrevier. Aber was viele nicht wissen: Trinken kann man ihn auch. Der See ist nämlich sozusagen nebenbei noch ein riesiger Trinkwasserspeicher. 6,3 Millionen Kubikmeter reinstes Trinkwasser haben wir, das STADTWERK AM SEE, an die Haushalte und Unternehmen in Friedrichshafen und Überlingen geliefert.

6,3 Millionen Kubikmeter. Das sind – drei Nullen dran – 6,3 Milliarden Liter. Klingt ganz schön viel, oder?

Ist es auch. Nur mal so zum Vergleich:

  • Mit 6,3 Milliarden Liter Wasser könnte mal alle Hallenbäder Deutschlands füllen.
  • Ein Zug mit Tankwagen, der diese Menge transportiert, würde vom Bodensee bis nach Stockholm reichen.
  • Würde man 6,3 Milliarden Liter in Colaflaschen füllen und die aufeinanderstellen, dann wäre dieser Turm knapp 1,7 Millionen Kilometer hoch – mehr als bis zur Sonne (was die Sonne mit den Colaflaschen machen würde, lassen wir jetzt mal außen vor).

Und wir sind ja nicht die einzigen, die Trinkwasser aus dem Bodensee liefern: Alle Wasserwerke rund um den See zusammen entnehmen etwa 160 Millionen Kubikmeter.

Aber dann haben wir doch den See in Nullkommanix ausgetrunken, oder?

Nope. Erstens fasst der See unvorstellbare 50 Milliarden Kubikmeter Wasser – 50 Billionen Liter. Das reicht also schon mal für einen guten Schluck aus der Pulle.

Und dann bringen die Zuflüsse (besonders der Rhein) jährlich nochmal elf Milliarden Kubikmeter Wasser dazu.

Es fließt also pro Jahr rund 70 mal mehr Wasser in den See, als alle Wasserwerke zusammen entnehmen. Das heißt: Wasserknappheit, wie sie in manchen Teilen Deutschlands durch den Klimawandel droht, ist am Bodensee kein Thema.

Trinkwasser sprudelt in Gläser
Klares, reines Trinkwasser aus dem Bodensee
Aber trinken wir denn wirklich das Wasser, in dem wir auch baden?

Ja und nein. Ok, ist natürlich derselbe See, logo. Aber unser Trinkwasser entnehmen wir in über 50 m Tiefe. Dort ist das Wasser frei von Oberflächen-Ablagerungen. Und damit so sauber, dass man es bedenkenlos trinken könnte. Die verschiedenen Aufbereitungsstufen im Wasserwerk sorgen dann für die Sicherheit und Qualität, die die strenge deutsche Trinkwasserverordnung fordert. Damit wirklich nur bestes Trinkwasser in die Häuser kommt.

 

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