TOP 10 der Energie- und Stromsparmythen

Was stimmt wirklich? Was ist Quatsch? Und warum?

Bildnachweis: Ekkehard Winkler/trurnit_GmbH
MYTHOS 1 Single-Haushalte verbrauchen am wenigsten Strom pro Kopf.
Jein. Im Durchschnitt gilt natürlich: Je weniger Menschen in einem Haushalt, desto weniger Stromverbrauch. Aber natürlich spielt der individuelle Strombedarf auch eine wichtige Rolle. Ein Familienhaushalt, der Strom spart, kann durchaus weniger verbrauchen als ein Single, der rund um die Uhr Filme aus dem Netz lädt und dazu den Heizlüfter laufen lässt.

 

 

MYTHOS 2 Die wichtigste Sparmaßnahme ist die Beleuchtung im Haus.
Nein. Rund 70% der Energie im Haushalt verheizen wir. Hier ist also das größte Spar-Potenzial vorhanden. Selbst beim Strom ist die Beleuchtung nur Platz 3 der Energiefresser: Computer/TV und Waschen/Trocknen sind hier auf dem 1. und 2. Platz.

 

MYTHOS 3 Lampen anzulassen ist für den Energieverbrauch besser als ständiges An- und Ausschalten.
Nein – zumindest, wenn man den reinen Energieverbrauch betrachtet. Anders bei der Lebensdauer: Denn heutige LEDs nehmen das An- und Ausschalten zwar ganz locker. Aber die Vorschalt-Elektronik geht schneller kaputt, je häufiger sie ein- oder ausgeschaltet wird. Also: LED-Beleuchtung erst bei längerer Abwesenheit abschalten, ab ca. einer Stunde.

 

 

MYTHOS 4 Ein voller Kühlschrank verbraucht mehr Strom als ein leerer.
Jein. Viel Kühlgut bedeutet, viel Masse zu kühlen – das kostet Strom. Auf der anderen Seite wirken bereits gekühlte Lebensmittel wie Kühlakkus – sie speichern die Kälte und helfen so, die Temperatur zu halten.
Aber: Je mehr im Kühlschrank drin ist, desto häufiger öffnen wir ihn in der Regel, um neue (ungekühlte) Lebensmittel hineinzustellen – das bringt Wärme ins Innere, die wiederum gekühlt werden muss.

 

MYTHOS 6 Ein Bildschirmschoner spart Strom.
Nein. Solange der Bildschirm leuchtet, verbraucht er Strom – ziemlich egal, was darauf angezeigt wird. Strom spart man, wenn man den Bildschirm ausschaltet – am besten komplett über Stecker(leiste) – und den Rechner in den Energiesparmodus schaltet oder ganz herunterfährt.

 

 

 

MYTHOS 7 Ladegeräte verbrauchen nur Strom, wenn das Gerät angeschlossen ist.
Nein. Ladegeräte verbrauchen auch Strom, wenn kein Gerät lädt. Nicht viel, zugegeben, aber es summiert sich: Schließlich gibt es in jedem Haushalt ja Handy und Laptop, zumeist sogar mehrfach. Mit der Gesamtmenge an „Leerlauf-Strom“ könnte man eine Kleinstadt mit Strom versorgen.

 

MYTHOS 8 Die Halbzeitpause von wichtigen Fußballspielen erkennt man an Wasserverbrauchsspitzen. Jein. Nur wenn wirklich viele Menschen gleichzeitig ein Spiel anschauen. Beim Finale der Fußball-WM 2014 konnten wir die so genannte „Pipi-Kurve“ tatsächlich beobachten: In der Halbzeitpause stieg der Wasserverbrauch deutlich an.

 

MYTHOS 9 Stoßlüften spart Energie gegenüber häufigem Kippen der Fenster.
Ja. Beim Stoßlüften wird warme, feuchte Luft gegen kalte, trockene getauscht. Klingt zunächst einmal nach Klein-Sibirien im Wohnzimmer. Aber tatsächlich kühlen die Räume hier nicht so aus – die Wärme bleibt ja auch beim 5-minütigen Stoßlüften in den Wänden, Möbeln und Böden gespeichert. Permanentes Kippen dagegen entzieht dem Raum dauerhaft Energie. Ergebnis: Man muss viel mehr „nachheizen“, um Raumtemperatur und Behaglichkeit gleich zu halten.

 

Bildnachweis: Alija
MYTHOS 10 Duschen ist sparsamer als Baden für den Energieverbrauch.
Ja. Zumindest wenn man nicht eine Viertelstunde unter der Dusche steht. 5 Minuten duschen kostet etwa ein Drittel der Energie einer vollen Badewanne.

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