Die Klimaretter von Morgen

Am 25. September ist es so weit: Schüler-Klima-Gipfel im Graf-Zeppelin-Haus Friedrichshafen.

Eine tolle Initiative für eine grünere Welt, die das STADTWERK AM SEE gerne unterstützt. Die Mitorganisatorinnen Anouk Hennicke (16) und Tabea Kuhlmann (17) glänzen im Gespräch mit Fachwissen und Begeisterung für die Sache.

Schüler-Klima-Gipfel Bodenseekreis (SKG) – hört sich spannend an. Was kann man sich darunter vorstellen?

Lernen und erleben, Impulse austauschen – von Schülern für Schüler. Infos rund um den Klimawandel sind endlich mal anschaulich aufbereitet: von Podiumsdiskussionen, Präsentationen über Poetry-Slams, Experimente und Gesprächsrunden mit Experten ist alles mit dabei. Unser Ziel: Bei regionalen Klimaschutz-Aktionen mitmachen statt wegschauen, Klimaschutz bestmöglich in den Alltag integrieren, Netzwerke bilden und die Politik endlich aus dem Schlaf reißen.

Hört sich fast nach einer Kampfansage an. Worin seht ihr – als Teil des Orga- und Moderationsteams – die größte Aufgabe des SKG?

Information, Information, Information. Wir müssen uns und andere endlich aktiv über den Klimawandel und seine
Folgen informieren, um uns gemeinsam auf die Suche nach Lösungen zu machen. Es reicht nicht, halb gare Infos aus Presse und Co. einfach nur wiederzukäuen. Klimaschutz geht uns alle an. Nur gemeinsam sind wir laut und machen auf unsere Anliegen aufmerksam.

… Stichwort Anliegen. Wie lauten eure
konkret?

Angefangen beim Konsumverhalten: Es muss nicht jeder Apfel, jeder Wrap oder jeder To-go-Becher mit Plastik in Berührung kommen. Fleisch muss wieder wertgeschätzt werden und gerade deshalb nicht jeden Tag auf dem Teller landen. Auch schlimm: shoppen als Hobby. Wer Langweile hat, geht shoppen. Wenn Dinge kaputtgehen, schmeißt man sie weg, anstatt sie zu reparieren.

Eine Frage der Generation?

Nicht unbedingt. Viele, ganz egal ob jung oder alt, fühlen sich von Themen wie Klimawandel und Klimaschutz einfach selbst nicht betroffen. Die Zukunft wartet scheinbar noch in unendlicher Ferne auf uns. Das stimmt aber nicht. Sie rast mit Höchstgeschwindigkeit auf uns zu.

Was also tun in Sachen Klimadebatte?

Klar Stellung beziehen. Sich selbst und andere dazu ermutigen, eine Meinung zu bilden. Wenn wir jetzt nicht
für einen Aufschrei sorgen, ist es unsere Generation, die das Fehlverhalten der Politik ausbaden muss. Alles was heute entschieden wird, betrifft uns Schüler erst morgen – ohne dass wir in irgendeiner Form ein Mitspracherecht hätten.

Gab es eine Art Schlüsselerlebnis, das
euch zu solch leidenschaftlichen Nachwuchs- Klima-Aktivistinnen machte?

Nicht wirklich. Wir haben „Fridays for Future“ (FFF) ursprünglich sogar als unnötig und als nicht effizient genug angesehen. Irgendwann hat es aber klick gemacht, als ich mich durch die öffentliche Diskussion nach einer Demo in Ravensburg intensiv mit dem Thema Klimakrise auseinandersetzte. Mit FFF können wir auf uns aufmerksam machen. Denn ob es uns gefällt oder nicht: Die Presse ist maßgeblich an der öffentlichen Meinungsbildung beteiligt.

Was tut ihr selbst – privat, fernab von Schule – für den Klimaschutz?

Wir gehen nicht auf dieselbe Schule, aber sind in unserer Freizeit unabhängig voneinander beide in Klima-AGs aktiv. Thema sind Fragen wie beispielsweise: „Wie können wir Schule nachhaltig gestalten?“ Wenn möglich fahren wir Fahrrad, Bus und Bahn. Beim Einkauf achten wir auf möglichst natürliche Verpackungen und versuchen, Plastik, wo es nur geht, zu meiden – etwa mit der biologisch abbaubaren Zahnbürste.

Was entgegnet ihr dem „Schulschwänzer“-Argument von FFF-Gegnern?

Zunächst mal wird sehr wohl auch während den Schulferien gestreikt. Häufig heißt es, wir seien Heuchler, weil wir nicht in allen Lebensbereichen totale Klimaschutz-Verfechter sind. Aber nur, weil man eine Lederarmbanduhr trägt oder FFF-Aufkleber herstellen lässt, heißt das doch nicht, dass die Glaubwürdigkeit bei den anderen Anliegen verloren geht. Niemand muss gleich zur Heiligen werden. Es sollte eher stets um die größtmögliche Vermeidung von Plastik etc. und einen möglichst klimafreundlichen Alltag gehen.

Angenommen, ihr könntet drei Forderungen an die Politik stellen, die schon morgen ­umgesetzt sind. Wie würden sie lauten?

ÖPNV ausbauen, Plastik vermeiden/verbieten und den Klimawandel endlich als die Bedrohung anerkennen, die er wirklich ist.

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