Pilotprojekt E-Mobilität

Das Stadtwerk am See ist mitten dabei im E-Mobilitäts-Pilotprojekt „emma“. Das Ziel: E-Mobilität und Carsharing in einem Feldversuch im ländlichen Raum zu verbinden.

Projektpartner sind neben dem Stadtwerk am See u.a. die Deutsche Bahn, Deutsche Telekom, die Duale Hochschule, Landkreis und Stadt. Gefördert wird das Vorhaben mit Mitteln des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung.

Am Freitag wurde das Projekt der Öffentlichkeit vorgestellt. Damit steht in der Bodenseeregion nun eine weitere innovative Mobilitätsmöglichkeit zur Verfügung. Gleichzeitig ist das E-Mobilitätsprojekt aufgrund seiner regionalen Struktur einzigartig: Der wirtschaftsstarke Bodenseekreis bietet mit städtischen Verdichtungszonen, die in den ländlichen Raum übergehen und den vielfältigen touristischen Angeboten, eine ideale Projektkulisse zum Testen verschiedenster Nutzerszenarien.

Elektromobilität im ländlichen Raum

Das Stadtwerk am See nimmt dabei einen zentralen Part ein. Es ist verantwortlich für die Ladeinfrastruktur, für die Stromabrechnung und für die Einrichtung intelligenter Ladekonzepte. Im Projektverlauf wird auch ein Smart Grid-System installiert, um die lokalen Einspeiser – etwa PV-Anlagen – optimal in das Stromverteilnetz zu integrieren. Dabei werden die Fahrzeuge sowohl abhängig von Einspeisung und Netzlast gelenkt geladen, aber auch als Speicher genutzt und bei Bedarf entladen. Ebenfalls ist eine Verknüpfung des Smart Grid-Systems mit dem Smart Home-System vorgesehen.

Projektziel ist es, den öffentlichen Personennahverkehr um Elektrofahrzeuge zu erweitern. Das heißt: auf Strecken, wo sonst kein oder nur sehr selten ein Bus fährt, soll künftig ein Elektroauto eingesetzt werden. Wie die Nutzer auf diese neuen Mobilitätsmöglichkeiten reagieren und ob sie angenommen werden, wird im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitforschung unter anderem durch die DHBW Ravensburg am Campus Friedrichshafen untersucht.

Einzigartig in ganz Deutschland

Interessierte haben nun ab sofort die Gelegenheit, sich spontan und kurzzeitig ein Elektroauto zu mieten. Die Nutzung basiert auf dem Carsharing-System von flinkster. Für die Routenplanung mit einem Elektrofahrzeug wurde eigens eine Mobilitätsplattform entwickelt, die unter http://demo.hafas.de/emma zu erreichen ist. Auch private Besitzer von Elektroautos profitieren von der neu geschaffenen Infrastruktur. Das Projekt stellt RFID-Karten zur Verfügung, mit denen an allen Säulen Strom getankt werden kann. Dazu wird die Karte an ein Lesefeld der Ladesäule gehalten. Die Freigabe zum Tanken wird dann zentral erteilt und per Mobilfunknetz der Deutschen Telekom übermittelt. In den ersten drei Monaten wird der Strom an den Ladesäulen von den Energieversorgern in der Region, unter anderem dem Projektpartner Stadtwerk am See, kostenlos zur Verfügung gestellt. Die ersten Ladesäulen und Fahrzeuge sind bereits platziert. In absehbarer Zeit werden weitere hinzukommen. Die gewählten Standorte für die Ladeinfrastruktur und die Fahrzeuge wurden vom Projektteam vor Ort aus dem bestehenden Nahverkehrsplan heraus entwickelt. Die Schiene und die wichtigen Busverbindungen bilden das Rückgrat dieses Konzepts.

Die intelligente Buchung und Einbindung der Elektrofahrzeuge in den ÖPNV machen dieses Modellprojekt im ländlichen Raum einzigartig in Deutschland und bringen die Region wieder einen Schritt voran.

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