Porträt: Mit Herz und viel Verständnis

Miteinander reden statt Daumenschrauben – Raimund Hriny kümmert sich um Kunden mit offenen Rechnungen. Und findet meistens eine Lösung.Was machen Sie, wenn ein Kunde nicht zahlt?
Wenn ein Kunde auch nach mehrfacher Mahnung nicht zahlt, fahre ich zu ihm raus, spreche mit ihm, frage nach den Hintergründen. Meist finden wir schon dabei einen Weg, wie er seine Schulden bezahlen kann. Wenn er danach immer noch nicht zahlt, gibt es ein paar Tage später einen weiteren Termin. Bekomme ich auch dann kein Geld, ist die letzte Konsequenz, dass wir den Strom sperren. Das machen wir aber wirklich nur im Notfall – und es kommt zum Glück auch nur selten vor.

Wie gehen Sie damit um, wenn
jemand nicht zahlen kann?
Wenn einer seinen Strom nicht zahlt, dann macht er das in aller Regel nicht aus Spaß. Ich versuche immer, mich in die Lage der Menschen zu versetzen, mit den Leuten zu reden, einen Weg zu finden. Wenn jemand ernsthafte Probleme mit der Bezahlung hat, erkläre ich ihm, wo er Hilfe bekommen kann. Unser Stadtwerk hat zum Beispiel gemeinsam mit Caritas und Diakonie den Sozial Fonds ins Leben gerufen, der vom Stadtwerk finanziert wird. Wenn jemand unverschuldet in Not geraten ist, kann er hier Geld bekommen.


Zur Person

Seit zehn Jahren ist Raimund Hriny für das STADTWERK AM SEE unterwegs bei Kunden, die ihre Rechnung nicht bezahlen. Seine aufgeschlossene, freundliche Art kommt ihm dabei zugute. In seiner Freizeit spielt er leidenschaftlich gerne Fußball oder feuert die Häfler Volley­baller von der Tribüne aus an.


Inkasso-Mitarbeiter haben
nicht den besten Ruf …
Es kommt darauf an, wie man das macht. Ich mag den Beruf sehr und versuche, ihn mit Herz und viel Verständnis für die Nöte der Menschen zu machen. Auf der anderen Seite: Wenn einer hartnäckig und ohne Not nicht zahlt, dann muss man auch konsequent sein. Aber man hat viel mit Menschen zu tun. Und ich bin froh, dass ich so viele Freiräume habe, so ist jeder Tag anders. Manchmal kommen ja auch ganz andere Dinge dazwischen.

Zum Beispiel?
Bei mir hat mal eine Dame angerufen, die dachte, wir hätten ihr den Strom gesperrt. Das war aber nicht so. Ich bin dann trotzdem zu ihr rausgefahren und habe festgestellt, dass nur die Glühbirne kaputt war. Die habe ich dann ausgetauscht. Ich mag es, den Leuten zu helfen und mich um sie zu kümmern.

Haben Sie auch schon positive
Erfahrungen gemacht?
Ich hatte mal eine Familie aus Ungarn. Die konnten nicht so gut Deutsch und hatten gedacht, dass der Strom in der Miete mit drin wäre. So hatten sich einige Außenstände angesammelt. Ich kann ein bisschen Ungarisch, wir haben dann gemeinsam einen Ratenplan gemacht, und das hat dann alles gut geklappt. Die rufen mich übrigens heute noch manchmal an, wenn sie mit Schreiben von Behörden Probleme haben.

Und Sie selber, mit welchen
Hobbys schaffen Sie sich Ausgleich?
Ich bin Fußballtrainer – mit den Kindern zu trainieren ist super und macht Riesenspaß! Und ich bin großer Fan der Friedrichshafener Volleyballer und bei fast jedem Heimspiel dabei.


Hilfe vom Sozial Fonds
der Caritas und Diakonie

In Not geratene Stadtwerk-Kunden bekommen vom Sozial Fonds der Caritas und Diakonie finanzielle Hilfe bei Energieschulden. Die Höhe richtet sich ganz nach der individuellen Situation der Betroffenen. In Beratungsgesprächen geben Caritas und Diakonie außerdem Energiespartipps und führen Verbrauchs-Checks durch. Die Finanzhilfe sponsert das STADTWERK AM SEE.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.