Vom Schneckentempo auf die Überholspur

Lange hinkte der Breitbandausbau im ländlichen Raum  hinterher. Gemeinsam mit TeleData, den Kommunen und dem Zweckverband Breitband Bodenseekreis packen wir, das STADTWERK AM SEE, es jetzt an und bauen Glasfaser aus.

Bisher gab es Glasfaser und damit schnelles Internet fast ausschließlich in Städten. Das lag – wie so vieles – an der Wirtschaftlichkeit und damit am Geld. Seit Bund und Land die ­Erschließung zu 90 Prozent fördern, sieht das anders aus. Die restlichen 10 Prozent schießen die Gemeinden oder Zweckverbände zu. Jetzt wo die Finanzierung steht, rollen die Bagger an. Aber was passiert da eigentlich genau? Hier kommt die Schritt-für-Schritt-Erklärung:

  1. Unsere Tiefbaufirmen ziehen Gräben und verlegen zunächst Leerrohre, sogenannte Rohrverbände, entlang der Trasse bis zu den Kabelverzweiger-Kästen (KVz), wo mehrere Rohrverbände und damit Hausanschlüsse gesammelt ankommen. Effizienz lautet hier das Zauberwort: Da wir den Untergrund sowieso aufbaggern, prüfen wir bei diesem Schritt auch immer, ob wir noch andere Versorgungsleitungen verlegen können.
  2. Nachdem die Rohrverbände inklusive der Hausanschlussrohre entlang der Trasse bis zu den einzelnen Hausanschlüssen gelegt sind, wird der Untergrund wieder geschlossen. Verlegt sind zu diesem Zeitpunkt also nur die Leerrohre innerhalb des Rohrverbands. In einem Rohrverband haben bis zu zwölf Glasfaser-Hausanschlussrohre Platz, die der Tiefbau Stück für Stück zu den einzelnen Gebäuden verlegt.

  3. Jetzt wird das Glasfaserkabel mithilfe von Druckluft (bis zu 10 bar) eingeblasen. Über einen Bildschirm kann der Stadtwerk-Monteur genau verfolgen, wie schnell sich das Kabel seinen Weg durch die Leerrohre vom KVz bis zum einzelnen Hausanschluss bahnt (bis zu 120 m/min). Stellen sich dem Kabel Störfaktoren wie Uneben­heiten in den Weg, reagiert der Monteur manuell mit einer Drucklufterhöhung. Zeitgleich steht beim anderen Ende des Leehrrohrs, das bei Kunden zumeist im Keller endet, schon ein zweiter Monteur bereit, der das durchgeschobene Glasfaserkabel final anschließt. 

  4. Jetzt gilt es den individuellen Internet-Wunschtarif bei TeleData zu finden und abzuschließen. Ab dann kann turboschnell losgesurft werden.

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Die Technologien und Anschluss­varianten im Vergleich

FIBER/FttH (Fiber to the Home):  „Fresst meinen Staub!“, denkt sich diese Anschlussvariante selbstbewusst: Glasfaser verläuft durchgängig vom Technik­verteiler bis in die Wohnung. Bis zu 1.000 Mbit/s.

DOCSIS: (Data Over Cable Service Interface Specification): Bravo! Diese Variante überzeugt mit solider Leistung. Hier kommt das Internet über das TV-Kabel (Koaxialkabel = Kupferkabel) beim Kunden an. Aber: alle angeschlossenen Teilnehmer teilen sich die Leistung. Sind alle zeitgleich online, kann es zu Schwankungen kommen. Bis zu 500 Mbit/s.

VDSL/FttC (Fiber to the Curb): Nicht schlecht, aber auf den letzten Metern geht dieser Variante oft die Puste aus: Hier verläuft die Glasfaser bis zum „Bordstein“: Die Kabel reichen bis zum Kabelverzweiger-Kasten. Den restlichen Weg bis ins Gebäude überbrückt das Kupferkabel – und das kostet diese Version letztlich den zweiten Platz. Schade! Bis zu 100 Mbit/s.

ADSL (Asymmetric Digital ­Subscriber Line): Schnarch: Noch langsamer wäre rückwärts. Je länger die ADSL-­Leitung ist, desto mehr lässt die Übertragungsgeschwindigkeit zu wünschen übrig. Bis zu 18 Mbit/s.


 

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