Wärme für einen ganzen Stadtteil

In der Friedrichshafener Nordstadt entsteht ein hocheffizientes Wärmenetz.

Die Energiezentrale steht – nun gehen die Stadtwerker in den Untergrund: 1.200 Meter Leitungen versorgen künftig den Stadtteil Nordstadt in Friedrichshafen mit Wärme. Den Anfang macht die Bodensee-Sporthalle, dann folgen die Schulen und öffentlichen Gebäude. Im nächsten Schritt werden dann auch weitere Häuser angeschlossen. Ein paar Fragen und Antworten:

Was bedeutet Nahwärme?
Eine Wärmezentrale für viele Gebäude – das bedeutet: In den einzelnen Gebäuden gibt es keine eigenen Heizkessel mehr, die Wärme kommt über Leitungen direkt ins Haus.

Was ist daran so ökologisch?
Die installierten Blockheizkraftwerke produzieren gleichzeitig Wärme und Strom. Dadurch haben sie einen hohen Wirkungsgrad von rund 90 Prozent, das heißt, das Potenzial des Energieträgers wird zu 90 Prozent in nutzbare Energie umgesetzt – eben Wärme und Strom. Das macht das Ganze hocheffizient. Gegenüber den bisherigen Heizanlagen spart das neue Wärmenetz schon in der ersten Ausbaustufe rund 600 Tonnen CO2 pro Jahr ein.

Die Wärmezentrale liegt neben dem Graf-Zeppelin-Gymnasium. Was bekommen die Schulen mit?
Die Schulen sind in Bau und Betrieb der Anlage mit einbezogen und bekommen aktuelle Infos über Bau und Betrieb der Anlage. Teilweise haben Lehrer die Wärmeversorgung im Unterricht behandelt.

Derzeit ist die Wärmeanlage ein grauer Kasten. Bleibt das so?

Nein, die Fassade wird teilweise begrünt. Bis zum Sommer wird die Fassade also zur „senkrechten Wiese“.

Können noch weitere Häuser an das Wärmenetz angeschlossen werden
Natürlich! Die Anlage ist so ausgelegt, dass man auch weitere Gebäude in der Nordstadt mit Wärme beliefern könnte. Im ersten Schritt sind es die Bodensee-Sporthalle, die beiden Gymnasien, die Pestalozzi- und Musikschule und das Max-Grünbeck-Haus. Hausbesitzer in der Nordstadt können uns ansprechen.

Was ist der Vorteil von Nahwärme?
Neben der Ökologie: Hausbesitzer zahlen nur einen Wärmepreis. Das heißt: keine Investition in einen neuen Heizkessel, keine Kosten für Reparatur und Wartung. Und wenn doch mal etwas wäre, kümmert sich das Stadtwerk darum – und das mit einem Notfallservice rund um die Uhr.

Was ist noch besonders?
Das Wärmenetz Nordstadt ist Teil des Projektes „Nahwärme zwischen Wohnen und Arbeiten in Friedrichshafen“. Das Quartier Heinrich-Heine-Straße ist bereits mit Wärme versorgt, die aus Industrie-Abwärme kommt. Möglichwäre es auch, weitere Industriebetriebe anzubinden, die
dann zusätzlich Abwärme in das Netz einspeisen. Das wäre dann ein doppelter Nutzen.

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