Wasser marsch!

Als Wassermeister beim STADTWERK AM SEE hat Alexander Belard tagtäglich mit dem wohl schönsten Rohstoff zu tun: Wasser.

Wie kann man sich deinen Alltag vorstellen? Ein Büro direkt am See?

Wenn’s bloß so wäre (lacht). Nein, keiner von uns steht im See und entnimmt Wasserproben. Das läuft maschinell und über externe Labore ab. Ich bin eher im H­intergrund und kümmere mich um die Administration: Budget- und Wartungspläne müssen koordiniert und Erneuerungsstrategien entwickelt werden. Begehungen von Wasserschutzgebieten gehören aber auch dazu.

Wasserschutzgebiete? Inwiefern?

Der Bodensee deckt circa 92 Prozent unseres Gesamtwasserbedarfs ab. Der Rest kommt von zwei Brunnen und fünf Quellen – vorwiegend im Überlinger Hinterland. Daher überprüfen wir das Gebiet rund um Brunnen und Quellen regelmäßig auf Veränderungen. Denn auch hier muss die Wasserqualität den Vorgaben der Trinkwasserverordnung entsprechen.

Getreu dem Motto: Mit großer Macht kommt große Verantwortung?

So ungefähr (schmunzelt). Aber der Job bringt auch jede Menge Vorteile mit sich. Alle Wasserwerke rund um den Bodensee haben ja dieselben Herausforderungen. Bei Problemen arbeiten wir zusammen. Und wo sonst hat man außerdem gleichzeitig mit Elektrik, Wasser, Biologie und Betriebswirtschaft zu tun? Das macht’s unheimlich abwechslungsreich.

War das auch der Grund für deinen Wechsel vom Stromer zum Wassermann?

Nein, das war eher Zufall. Bevor ich wechselte, war ich schon zehn Jahre als Elektroniker beim Stadtwerk tätig. 1999, also zehn Jahre nachdem ich meine Ausbildung hier begonnen hatte, kam der damalige Geschäftsführer auf mich zu und bot mir die Stelle des Wassermeisters an.

Ziemlich großer Schritt, oder?

Das dachte ich mir auch. Aber aus einem guten Elektriker kann man so ziemlich alles machen. Denn Strom spielt einfach fast überall eine Rolle – auch beim Wasser. Letztlich habe ich mich also für die neue Stelle entschieden und meine Entscheidung seither nie bereut. Sonst hätte ich es auch kaum 30 Jahre hier ausgehalten (lacht).

Der Sommer 2018 war extrem heiß. Inwiefern spielt Wasserknappheit da eine Rolle?

„Leer trinken“ kann man den Bodensee nicht. Alles was wir für Haushalte entnehmen, kommt nach einem Zwischenstopp in der Kläranlage auch wieder im See an. Selbst in einem Rekordsommer wie 2018 hatten wir deshalb keinerlei Versorgungsengpässe. Was so eine Hitze für Langzeitauswirkungen hat, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden. Das müssen wir abwarten.

Geht man als Wassermeister bewusster mit Wasser um?

Auf jeden Fall. Ich weiß, was dahintersteckt und welchen Weg das Wasser nimmt, bis es bei mir zu Hause aus dem Wasserhahn kommt.

Und was machst du in deiner Freizeit? Wenn du nicht gerade für 100.000 Kunden und ihre Wasserversorgung zuständig bist?

Dann fahre ich gerne Ski oder Snowboard oder gehe im Sommer mit meiner Frau und meinen beiden Kindern (14 und 9 Jahre) campen. Ich mag dieses minimalistische Camping-Leben. Wenn ich dann noch gemütlich einen Cocktail trinke, bin ich vollends zufrieden.

… mit viel Eis, versteht sich, oder?

(lacht) Ja, genau. Ohne Wasser geht eben einfach nichts.


Wasserqualität direkt vom Bodensee

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