Weiße Flecken bald Schnee von gestern

Mobiles Arbeiten, TV-on-Demand, smarte Geräte – zuverlässiges und schnelles Internet ist die digitale Infrastruktur für unser tägliches Leben: geschäftlich und privat. Lange hinkte der ländliche Raum in der Breitband­erschließung zurück. Das STADTWERK AM SEE und TeleData ändern das.

Schnelles Internet bis zum Einsiedlerhof. Stadtwerk und TeleData schließen derzeit in Friedrichshafen auch abseits gelegene Häuser und Betriebe ans Glasfasernetz an. Damit sind im Datenverkehr Standortnachteile Schnee von gestern – die schöne Aussicht bleibt. Wir haben uns mit den Projektleitern Manfred Dornhofer und Sebastian Scheller unterhalten.

Glasfaser und schnelles Internet gab es bisher eher in Städten. Woran liegt das?

Scheller: Wie immer am lieben Geld. In Innenstädten kann ich mit wenigen Hundert Meter Trasse Hunderte Haushalte anschließen, das ist vergleichsweise günstig. Eine ­Erschließung der dünn besiedelten Land­striche ist viel teurer – für Telekommunikationsanbieter und Bewohner. Denn um schnelles Internet auch ins letzte Haus zu bringen, müssen lange Trassen gebaut werden. Die kosten schnell mal Zigtausende Euro.

Dornhofer: Dank der finanziellen Förderung können wir die Erschließung im Auftrag der Stadt nun nachholen. 90 Prozent der Kosten übernehmen Bund und Land, die restlichen 10 Prozent trägt die Kommune.

Der Startschuss für die Glasfasererschließung im Häfler Umland ist Ende Oktober gefallen. Wie geht’s nun weiter?

Dornhofer: 2021 wollen wir noch Eggenweiler und die Schulen erschließen. Im kommenden Jahr gibt es dann eine „Weiler-­Offensive“ (schmunzelt) – von Habratsweiler, Appenweiler, Bettenweiler, Batzenweiler nach Oberlottenweiler.

Scheller: Wir sprechen von insgesamt 68,4 Kilometer Glasfaserkabel für 353 Haushalte, Gewerbegebiete, Schulen und das Klinikum Friedrichshafen. Aber nicht am Stück, sondern auf 17 „weiße Flecken“ auf sechs Bauabschnitte in der Gemarkung Friedrichshafen aufgeteilt.

Weiße Flecken? Was ist das?

Scheller: Das sind die Gebiete, deren Breitbandanschlüsse bisher weniger als 30 Mbit/Sekunde Datenvolumen ermöglichen. Sprich: die eine sehr schlechte Internetanbindung haben. Oft sind das Gebiete, die ländlich liegen und deren Erschließung eben bisher schlichtweg zu teuer war.

Und woher weiß ich, ob mein Gebiet im Zuge der Erschließung angebunden wird?

Dornhofer: Auf teledata.de/friedrichshafen sind alle Bauabschnitte dargestellt. Auch am Servicetelefon gibt es die Auskunft, welche Adressen erschlossen werden.

Scheller: Außerdem kündigen wir die Baumaßnahme und damit die Erschließung ja vorab in der Nachbarschaft an. Es erfährt also jeder, wenn das eigene Haus Glasfaser bekommen kann.

Was genau ist zu tun, bis ich zum Beispiel in Batzenweiler schnelles Internet habe?

Dornhofer (lacht): Von außen betrachtet: ­Graben ziehen, Leerrohre verlegen und Glasfaser-Kabel einblasen – das ist unser Standard­geschäft. Im Detail wird’s spannend, bis die bunten Röhrchen alle zu­geordnet sind. Bei 21 km Trassenbau und 56 km Leerrohrverlegung dauert das natürlich ein ­wenig. Wir planen, dass im Frühjahr 2023 alle geplanten Arbeiten abgeschlossen sind.


Infos zum Projekt

Projekt: Breitbandausbau bis Mitte 2023, 353 Haushalte & Gewerbeeinheiten
Auftraggeber: Stadt Friedrichshafen
Förderung: Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur:
50 Prozent; 
Ministerium des Inneren, für Digitalisierung und Kommunen
Baden-Württemberg: 40 Prozent; 10 Prozent trägt die Stadt Friedrichshafen

 

 

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