Wie funktioniert das Netz der Zukunft?

Die Energiewende sorgt dafür, dass die Stromnetze
in Deutschland aus- und umgebaut werden müssen:
Benötigt werden neue Leitungen und smarte Netze.

Die erneuerbaren Energien stellen die
Stromnetze in Deutschland vor drei
große
Herausforderungen:

  • Bislang wurden Stromnetze so gebaut,
    dass der Strom von wenigen, zentralen
    Kraftwerken zu den Verbrauchern
    floss, das Stromnetz war eine Einbahnstraße.
    Heute gibt es viele kleine
    Stromerzeugungsanlagen, zum Beispiel
    Solaranlagen auf Privathäusern.
    Damit müssen die Stromnetze nun
    auch Gegenverkehr verkraften.
  • Die Stromerzeugung aus Wind oder
    Sonne ist ungleichmäßiger als die
    konventionelle
    Produktion – damit
    kommt es zu Schwankungen, die sich
    auf die Stabilität der Netze auswirken.
  • Die Orte der Stromerzeugung und des
    Stromverbrauchs sind zunehmend getrennt:
    So muss zum Beispiel der Strom
    von Windparks in der Nordsee nach
    Süddeutschland transportiert werden.

Lange Leitungen

Weite Übertragungsstrecken wurden
in den gewachsenen Netzstrukturen
bislang nur wenig benötigt. Damit die
Energiewende glücken kann, ist ein
Netzausbau nötig, der den Energietransport
über weite Strecken ermöglicht.
Gleichzeitig müssen neue Technologien
erprobt werden. Ein Beispiel
dafür ist die Hochspannungsgleichstromübertragung.
Diese soll in Zukunft
die relativ verlustreichen konventionellen
Drehstrom-Hochspannungsleitungen ersetzen.

Intelligente Netze

Um den Gegenverkehr im Netz zu bewältigen,
sind sogenannte Smart Grids
(intelligente Netze) nötig. Die Smart
Grids ermöglichen die Kommunikation
zwischen Erzeugern, Verbrauchern,
Speichern und Netzinfrastruktur. Langfristig
sollen sie die Stromerzeugung
und den Verbrauch so steuern, dass
die Netze immer optimal ausgelastet
sind und Lastspitzen vermieden werden.
An die Stelle der bekannten Stromzähler
in den Haushalten werden dann
sogenannte Smart Meter treten. Diese
intelligenten Stromzähler lassen eine
genaue Verbrauchsanalyse zu und sind
zum Beispiel Voraussetzung für „maßgeschneiderte“
Stromtarife.


Smartes Pilotprojekt

Das STADTWERK AM SEE engagiert
sich für den Ausbau smarter Netze
in der Region. Gemeinsam mit Projektpartnern
beteiligt sich das Stadtwerk
deshalb am Pilotprojekt Smart
Metering Friedrichshafen. Ziel ist
es, eine Smart-Metering-Infrastruktur
aufzubauen und Erfahrung mit intelligenten
Strom- und Gaszählern zu
gewinnen. In der Praxis werden so
auch smarte Tarife möglich sein, bei
denen Strom zum Beispiel abends
und am Wochenende günstiger ist.

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