Wurmkomposter

In den Kompostern des Schweizer Start-ups WormUp verwandeln Würmer Bioabfälle in nährstoffreichen Humus. Ohne unangenehme Gerüche.

Mehr als vier Millionen Tonnen organische Abfälle landen in Deutschland jährlich in der Biotonne – nur ein Teil davon wird weiterverwertet. Das Schweizer Start-up WormUp bereitet der Verschwendung ein Ende: mit kleinen, dekorativen Kompostern. Sie bestehen aus reinem Ton, in denen sich das Leben tummelt: Eine gefräßige Regenwurmkolonie verwandelt die Küchenabfälle in nährstoffreichen Humus. „Dieser tut Nutz- und Dekopflanzen gut. Beim Kompostieren mit Würmern stinkt der Müll außerdem nicht“, sagt Sarah Steiner, Geschäftsführerin von WormUp.

Seine Komposter hat das Start-up extra für Stadtwohnungen entwickelt. Denn hier mangelt es häufig an Platz. „Das Gefäß kann in der Küche stehen, wo die Abfälle anfallen. Oder in Hausflur und Keller, falls man keine Tierchen in der Wohnung mag“, empfiehlt Steiner. Auch der Balkon eignet sich. Doch Vorsicht: Damit es den Würmern gut geht, gilt es, direkte Sonneneinstrahlung und Frost zu vermeiden. „Die Idealtemperatur liegt zwischen zwölf und 24 Grad.“

Wurmiges Zuhause

Die Regenwurmart, die das Start-up verwendet, fühlt sich auf engem Raum wohl – und ist besonders gefräßig. „In der Natur würde man sie unter Holz und abgestorbenen Pflanzen finden“, erklärt die Geschäftsführerin. Bioabfälle bilden daher eine ideale Futterquelle.

Die Würmer sind im Komposter keineswegs eingesperrt. „Ist das Mini-Ökosystem in Balance, gibt es aber auch bei offenem Deckel keinen Grund zu flüchten“, weiß Steiner. Dies kann nur passieren, wenn es den Würmern zu heiß ist oder sie zu einseitiges Futter bekommen. Für den Nutzer ein Warnsignal, dass es seinen „Haustieren“ nicht gut geht. Ansonsten reguliert sich die Population auf natürliche Weise. Für alle Fragen rund um das Kompostieren mit Regenwürmern steht das Team von Worm-Up mit Rat und Tat zur Seite.

Wurmwohl

Um den Würmern lange Transportwege zu ersparen, arbeitet WormUp mit verschiedenen Wurmzüchtern in Europa zusammen. Die Würmer kommen immer aus dem Land, in das die Bestellung geht – damit sie nie länger als eine Nacht unterwegs sind. Kurze Transportwege sind auch beim Komposter angesagt: Er entsteht aus reiner Handarbeit in Koblenz.

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