Auf der Baustelle hat sie das Sagen

Unsere sechsköpfige Abteilung „Hochbau“ hat mit den schweren, groben Dingen zu tun: Bagger, Schlagbohrer, Beton. Wer jetzt ausschließlich an starke Männer denkt, liegt falsch. Die gibt’s zwar auch, aber an der Spitze des Teams steht eine Frau: Bauingenieurin Julia Brugger. Mit ordentlich Power und richtig viel Biss.

Du und dein Team – ihr habt regelmäßig die ganz großen Projekte auf dem Tisch liegen. Wie geht’s dir damit?

Mir machen solche Mammut-Projekte wie Parkhaussanierungen, Neu- und Umbauten von Hochbehältern, Wasserwerken und anderen Liegenschaften einen Riesenspaß. Da kommt nie Langweile auf. Schon gar nicht, seit wir im vergangenen Jahr damit gestartet haben, ein komplett neues Geschäftsfeld zum Fliegen zu bringen: die ­Erschließung von Bauland als Dienstleistung für Kommunen. 

Baulanderschließung als Dienstleistung? Wie kam es dazu?

Als Strom-, Gas-, Wasser- und Wärmeversorger sind wir ja ohnehin schon erfahren im Bereich Erschließungen. Jetzt setzen wir einfach noch einen drauf und bieten Kommunen individuelle Quartierslösungen an – mit allem Zipp und Zapp, also inklusive fertigem Energiekonzept, Plänen für
E-Mobilität und Glasfasererschließung. Das Know-how dafür haben wir schon lange. Wir müssen also einfach nur unsere Leistungen dafür bündeln und Synergien nutzen.

Klingt nach einem Rundum-sorglos-Paket.

Genau so! Neben unseren Kernkompetenzen kümmern wir uns auch um die Verkehrs- und Tiefbauplanung, Regenwasserbewirtschaftung, Schmutzwasserableitung und eine wirtschaftliche Abwicklung und Planung. Der Vorteil sind kurze Wege, die Nähe zur Region und ein Netzwerk aus Partnern, das wir praktischerweise gleich mitbringen.

Und wie läuft‘s? Gibt’s schon erste Referenzprojekte?

Die gibt es! Aktuell sind wir im Deggen­hausertal, genauer gesagt in Urnau im Einsatz. Dort entstehen auf einer Gesamt­fläche von 4.700 Quadratmetern acht neue Bauplätze. Auch mit weiteren Gemeinden sind wir bereits im Gespräch. Wenn alles klappt, wird das nächste Baugebiet, das wir erschließen, schon mehr als viermal so groß wie das in Urnau.

Ein anderes Thema: Als Frau auf dem Bau bist du eine echte Rarität – woran liegt’s deiner Meinung nach?

Ich glaube, weibliche Vorbilder sind unglaublich wichtig, um Interessentinnen eine grobe Orientierung zu bieten. Davon gibt es aktuell leider noch viel zu wenig. Das ist total schade, denn die Arbeit ist unglaublich vielseitig und interessant. Deshalb ist es mir auch so wichtig, Vorbild für junge Frauen zu sein und zu zeigen, dass man auch als Frau und Mutter eines kleinen Sohnes in dieser Branche erfolgreich sein kann. Ich bin auch der Überzeugung, Männer und Frauen ergänzen sich schlichtweg gut. 

Was sollten Interessenten (egal ob männlich oder weiblich) also mitbringen, um in der Branche voll durchzustarten?

Das ist eigentlich leicht: Es braucht Köpfchen, Organisationstalent, Affinität für Technik und eine gute Portion Selbstbewusstsein.

Dann hast du persönlich den Schritt in die Männerdomäne Bau nie bereut?

Überhaupt nicht – ganz im Gegenteil sogar! Ich würde nie tauschen wollen, weil ich für mich die perfekte Mischung gefunden habe: Im Büro koordiniere ich alles und bin im Austausch mit meinem super Team. Im Außen­einsatz schätze ich das „Ganz nah dran“-Sein und die direkte Planung nächster Baustellenabschnitte mit unseren Partner­firmen. Und ganz ehrlich? Manchmal freut es mich richtig, wenn zu Beginn offensichtlich mit einem männlichen Baustellen-Chef gerechnet wurde und dann ich aufkreuze. Diese
Gesichter – einfach unbezahlbar! (lacht).

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